Hersteller tricksen auch bei elektronischen Fahrzeugen

Falschangaben zu Reichweiten bei E-Autos

Falsche Reichweiten-Angaben bei Elektroautos

Elektroautos gelten als Wegweiser in eine umwelt- und klimafreundlichere Zukunft. Nachdem das US-amerikanische Unternehmen Tesla im Jahr 2008 das weltweit erste elektrische Serienfahrzeugen, den Tesla Roadster, produzierte, zogen zahlreiche Autohersteller nach. Wird Elektromobilität in den kommenden Jahren subventioniert und die Infrastruktur entsprechend angepasst, z. B. durch den Ausbau des Netzes an Ladestationen, könnte die Nutzung von Elektroautos rapide zunehmen.

Schon jetzt wird die Innovation jedoch von Betrugsversuchen seitens der Autohersteller überschattet. Studien entlarven die tatsächlichen Reichweiten- und Verbrauchswerte  von Elektroautos als 20 % bis 50 % niedriger als vom Hersteller angegeben. Ein E-Auto mit einer Reichweitenangabe von 200km müsste dann unter realen Bedingungen auf der Straße beispielsweise schon nach 120km wieder aufgeladen werden. Angst vor ungenügender Reichweite steht nach Verbraucherumfragen ganz oben auf der Liste der Gründe, die gegen den Umstieg auf ein E-Auto sprechen. Mithilfe der Falschangaben wollen deutsche Autohersteller die Vorbehalte potenzieller Käufer ausräumen und begehen dabei einen gezielten Betrug.

Neue Regeln für Reichweiten-Messung

Wie auch beim Abgasskandal um Diesel-Fahrzeuge und Benziner, wird sich der Diskrepanz zwischen Prüf- und Alltagssituation auf der Straße zunutze gemacht. Die idealen Bedingungen auf dem Prüfstand schließen Einflussfaktoren wie Heizung und Klimaanlage auf Stromverbrauch und Reichweite aus, sodass es zu geschönten Werten kommt, die unter realen Bedingungen nicht bestehen können. Selbst das im September 2018 neu zugelassene Messverfahren WLTP (Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure), das Testergebnisse liefern soll, die deutlich näher am Fahrgeschehen liegen, erweist sich als unzureichend.

WLTP-Messungen finden bei einer Temperatur von 23 Grad statt. Fahrten bei winterlichen Temperaturen mit eingeschalteter Heizung werden somit gar nicht erfasst, obwohl die Heizung die Reichweite von E-Autos erheblich vermindert. Diesel-Fahrzeuge und Benziner werden künftig auf der Straße getestet, um die Einhaltung der Grenzwerte nach dem Abgasskandal zu garantieren. Da es für Elektroautos keine Grenzwerte gibt, entsteht in Augen des Verkehrsministeriums offenbar nicht die Notwendigkeit, sie unter realen Bedingungen zu testen. Dieses Versäumnis einer realitätsnahen Prüfung der Elektroautos ermöglicht den Autoherstellern die gezielte Täuschung der Verbraucher.

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