Verwaltungsgericht Stuttgart: - Dieselfahrverbot ab 2018 wird kommen-                  VW-Konzern und sein Händlerring zahlen, um keine Berufungsurteile zu kassieren

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Wertverlust

Gleichwohl stellt sich die Wirklichkeit nach tausenden Telefonaten mit meinen Mandanten doch ganz anders dar. Die nachstehenden Fakten haben auch nichts mit Panikmache zu tun, sondern erwachsen vielmehr einer nüchternen Betrachtung der uns umgegebenen Faktenlage.

In Mobile.de und autoscout24 gibt jeder Verkäufer seine Wunschvorstellungen ein, welchen Preis das Fahrzeug erzielen soll. Jeder orientiert sich dabei an den Einträgen der anderen. Es liegt in der Natur der Sache, dass in diesen Foren deshalb die Preise nicht sinken. Jeder, der sein Fahrzeug einstellt, will schließlich jetzt noch einen hohen Preis erzielen. Die 23% Zuwachs an zu verkaufenden EA189 stimmt doch viel nachdenklicher. Wir haben Mandanten, die 8 Monate ihr Fahrzeug eingestellt hatten, dann 2 Angebote bekamen, die nach der Mitteilung, dass das KFZ vom Abgasskandal betroffen ist, dann doch wieder absprangen. Deshalb dürfte die Dauer der Inserate darüber Aufschluss geben, ob denn die Fahrzeuge immer noch wie warme Semmeln verkauft werden oder eher Ladenhüter sind, die dann frustriert aus dem Netz genommen werden. Viele geben nämlich nach wiederholtem Einstellen des Inserats unserer Erfahrung nach auf.

Darüber hinaus habe ich immer bei Zugrundelegung allgemeiner betriebswirtschaftlicher Grundsätze gelernt, dass Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen. Wenn also 23 % mehr EA189 Fahrzeuge angeboten werden aber auf immer weniger Käufer treffen, dann geht der Preis ganz anders nach unten als es die Foren erkennen lassen.

Perspektive:

In der Schweiz gibt es bereits ein Dieselzulassungsverbot. Die dort verfügbaren Dieselfahrzeuge landen damit größten Teils auch im deutschen Markt.

15 Verwaltungsgerichte verurteilen die Städte zur Einhaltung der NO2 – Werte, u.a. Düsseldorf mit einem angedrohten Dieselfahrverbot ab Oktober 2017 für Fahrzeuge bis EURO 5

Das Softwareupdate wird scheitern, da nach der Dissertation von Dr. Sebastian Paul Wenzel einer Stellungnahme eines Sachverständigen Kwassow, Versottungsschäden, Partikelfilterschäden, erhöhten Verbrauch und durch die schlechtere Verbrennung auch ein schlechteres Ansprechverhalten geben wird. Diese mit Update versehenen Fahrzeuge sind daher mit diesen gravierenden Mängeln noch weniger gefragt als ohne Update.

In dem Zeitpunkt, wo in deutschen Städten die ersten Dieselfahrverbote greifen gibt es einen Dieselfahrzeugverkaufssturm. Diesen angesichts der vielen Urteile von Verwaltungsgerichten nicht als Szenario in Betracht zu ziehen, halten wir für einen Irrtum. Offensichtlich scheint nicht bekannt zu sein, dass die Missachtung derartiger gerichtlicher Entscheidungen drakonische Zwangsmaßnahmen zur Folge haben wird die derzeit mit leichten Zwangsgeldern bereits in München und Limburg begonnen haben. Setzt sich die Ignoranz verwaltungsgerichtlicher Entscheidungen in den Ländern und Kommunen fort, werden die Zwangsgelder noch ganz andere Dimensionen annehmen. Auch wenn es die Wirtschaft und die Politik nicht hören und sehen will, weil Millionen betroffener Dieselfahrer geschädigt werden, es wird eintreten. Schuld allein an der Misere sind die Autohersteller, die Dieselfahrzeuge produzierten, obgleich es für die Implementierung einer Abschaltvorrichtung gar keine Genehmigung gab. Prof. Dr. Martin Führ spricht deshalb auch von einen in den Verkehr bringen ohne Genehmigung.

Jedem kann daher nur dazu geraten werden so schnell wie möglich auf Benzin, Hybrid oder Elektrofahrzeuge umzusteigen, solange es noch überhaupt etwas für das eigene Dieselfahrzeug gibt.

Mit dem Massenbetrug aller Hersteller durch Einführung von Abschaltvorrichtungen in allen Fahrzeugen, wurde das Ende des Dieselzeitalters eingeläutet. Dies sehen interessanter Weise alle Länder weltweit so bis auf Deutschland. Ursache dafür ist eine falsch verstandene Politik der Protektion aller deutschen Automobilhersteller, die mit Wissen und Wollen der Politik seit 2006 (so Prof. Dr. Führ in seinem Gutachten) weiter Abschaltvorrichtungen bauten und Dreckschleudern in den Verkehr brachten, die in den Städten zur Überschreitung der NO2 Grenzwerte führten. Das Umwelt Bundesamt führt die Überschreitung der NO2 – Werte in den Städten zu 67 Prozent auf die Nichteinhaltung der gesetzlichen Grenzwerte bei Dieselfahrzeugen zurück.

VW selbst teilte in einer Pressekonferenz mit, dass das Dieselzeitalter vorbei sei, weil wirklich saubere Dieselfahrzeuge nur mit einem nicht vertretbaren wirtschaftlichen Auffand zu produzieren seien. VW setze stärker auf Benzin, Hybrid und Elektrofahrzeuge, so das Strategiepapier von Volkswagen 2025.

Im gleichen Atemzug wird mit Ihrem Artikel die Preisstabilität des Diesels mit nur leichten Abschlägen weiter propagiert. Dies ist ein Anachronismus, der mit den uns mitgeteilten Informationen unserer Mandanten nicht in Übereinstimmung zu bringen ist.

 

Wer zu spät kommt den bestraft das Leben. Bereits im sozialistischen Diktaturen des Ostblocks hat es keinem Betrieb in der DDR gut getan Bestandsschutz zu genießen, weil die Wettbewerbsfähigkeit verloren ging. Es ist deshalb besser den Tatsachen ins Auge zu blicken als mit Momentaufnahmen und isoliertem Blick auf das Wunschdenken der Inserenten in Mobile.de oder autoscout24 dem heile Welt Wunschdenken von VW die Stange zu halten. Realistischer wäre es von autoscout oder mobile.de einmal die Inserenten zu kontaktieren und anzubieten beim Verkauf zu helfen und selbst Angebote von Händlern einzuholen. Auch wären die Motive für die substantiell gestiegenen Verkaufsbegehren interessant in Erfahrung zu bringen. Dann wird deutlich wie stark das Wunschdenken des Inserenten vom tatsächlichen Marktpreis des Fahrzeuges abweicht.

 

Nicht zu vergessen ist die Tatsache, dass es Händler gibt, die von VW für jedes aufgekaufte Fahrzeug Zuschüsse erhalten, um den Marktpreis für Gebrauchtwagen zu stützen. Wir kennen auch einen solchen Händler. Auch dies führt zur Verzerrung der tatsächlichen Marktlage. VW hat nur bis zum 31.12.2017 ein Motiv Stützungskäufe zu fördern, um damit potentielle Kläger ruhig zu stellen und natürlich um gleichzeitig behaupten zu können, der Markt sei stabil und es gäbe keinen merkantilen Minderwert. Bei den Händlern, die mehr als andere bieten handelt es sich daher mutmaßlich um solche, die Stützungsgelder von Volkswagen für den Aufkauf erhalten.

Prof. Dr. Marco Rogert
Prof. Dr. Marco Rogert

Rechtsanwalt / Wirtschaftsjurist

E-Mail : office@ru-law.de

Telefon : +49 (0)211-310 638-0

Professur für Wirtschaftsrecht
Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht
Fachanwalt für Transport- und Speditionsrecht

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