Abgasskandal

Diesel mit Abgasnorm Euro-6d-Temp: Von wegen sauber

Euro-6d-Temp-Diesel gelten als Wunderwerke der Dieseltechnologie, denn sie sollen bis zu 99 Prozent weniger Stickoxide ausstoßen als Euro-5-Modelle und kaum noch Feinstaub. Dafür sorgen zusätzliche, optimierte Katalysatoren und größere Mengen des Abgasreinigungsmittel AdBlue. Sind Diesel also endlich sauber geworden?

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Leider nicht, denn immer, wenn die Partikelfilter gereinigt werden, werden auch die vermeintlich sauberen Diesel der neuesten Generation zu Dreckschleudern. Die Reinigungspausen sind nötig, da sich in den Dieselpartikelfiltern (DPF) mit der Zeit Ruß ansammelt. Damit die Filter nicht verstopfen, werden sie regelmäßig – alle 250 bis 700 Kilometer – bei Temperaturen von mindestens 550 Grad freigebrannt („DPF-Regeneration“). Dabei schnellt die Zahl der ausgestoßenen Feinstaubpartikel auf mehr als das Tausendfache der Werte im Normalbetrieb hoch. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Transport & Environment (T&E), einem Dachverband nichtstaatlicher europäischer Organisationen, die sich für nachhaltigen Verkehr einsetzen.

Feinstaub-Grenzwerte um das Doppelte überschritten

Im Auftrag von T&E überprüfte das britische Abgasprüflabor Ricardo zwei beliebte Mittelklassefahrzeuge: Opel Astra und Nissan Qashqai. Die Ergebnisse sind desillusionierend.Wie die Grafik zeigt, werden die Grenzwerte für die Partikelzahl bei jeder Filterreinigung um 32 bis 115 Prozent überschritten. Das Problem: Bei offiziellen Abgastests werden diese Emissionsspitzen während der Filterreinigung nicht erfasst, weil die von der EU erlassenen Grenzwerte in diesem Fall nicht angewendet werden. Das bedeutet: Euro-6d-Temp-Diesel gelten nur deshalb als sauber, weil bis zu 99 Prozent ihres Feinstaubausstoßes nicht berücksichtigt werden.

Prof. Dr. Marco Rogert

Prof. Dr. Marco Rogert
Rechtsanwalt / Wirtschaftsjurist


E-Mail: office@ru-law.de

Telefon: +49 (0) 2234/219480


Keine Grenzwerte für gefährliche ultrafeine Partikel

Bei ultrafeinen Partikeln stiegen die Emissionen laut T&E um weitere 11 bis 184 Prozent an. Der Ausstoß dieser Partikel wird bei offiziellen Tests überhaupt nicht gemessen; es gibt auch keine Grenzwerte dafür. Und das obwohl Partikel, die kleiner als 2,5 Mikrometer sind, eine potenziell noch größere Gesundheitsgefahr bergen, da sie bis in die Lungenbläschen vordringen können. Außerdem werden sie mit der Zunahme von Gehirntumoren in Verbindung gebracht.

Übrigens haben wir schon Ende letzten Jahres darauf hingewiesen, dass nachweislich 65 % aller Diesel unerlaubte Stickoxid-Emissionen aufweisen. Wann kommt der Gesetzgeber hier endlich seiner Verantwortung nach?

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Feinstaubbelastung erhöht Covid-19-Risiko

Drei von vier Menschen in europäischen Städten, so T&E, seien erhöhten Feinstaubkonzentrationen ausgesetzt. Der Spiegel verweist in diesem Zusammenhang auf aktuelle Studien, die nachweisen, dass diese Form der Luftverschmutzung die Wahrscheinlichkeit von Lungenerkrankungen erhöhe und damit auch die Gefahr schwerer oder sogar tödlicher Verläufe von Covid-19-Infektionen.

„Angesichts dieser Erkenntnisse müssen die Autohersteller endlich aufhören, das Märchen vom ‚sauberen Diesel‘ zu verbreiten. Die Politik ist gefordert, ihrer Verpflichtung zum Gesundheitsschutz der Bevölkerung konsequent nachzukommen. Und zwar nicht nur bei der Eindämmung der Corona-Pandemie, sondern auch beim Schutz vor den täglichen Gefahren der Feinstaubbelastung. Sie muss Grenzwerte festlegen, die ausnahmslos in allen Fahrsituationen gelten und auch ultrafeine Partikel einschließen.“

Professor Dr. Marco Rogert


Was sagen eigentlich die Automobilhersteller zum Test von T&E und zur Problematik der Emissionsspitzen bei der DPF-Regeneration? Der Spiegel hatte nachgefragt: Opel wollte sich nicht zu den Ergebnissen äußern, Nissan verwies auf die Einhaltung der gültigen Abgasvorschriften. Daimler errechnet beim Partikelausstoß ein Mittel über die gesamte Strecke zwischen zwei Reinigungsvorgängen. VW räumte ein, dass es zu höheren Feinstaubemissionen kommen könne, doch die eigenen Fahrzeuge würden die Grenzwerte immer unterschreiten. BMW behauptete, dass der Wirkungsgrad bei der Reduzierung der Partikelemissionen nahezu 100 Prozent betrage. Also: alle sauber.

 

Rogert & Ulbrich – Ihre Anwälte im Abgasskandal

 

Haben Sie Fragen zur Sauberkeit von Dieseln und den rechtlichen Folgen? Sprechen Sie uns an. Als führende Anwälte im Abgasskandal verhelfen wir Ihnen zu Ihrem Recht. Dafür erreichen Sie uns zurzeit nicht nur während der Woche, sondern auch am Wochenende unter der Rufnummer (0)2234/21 94 80 von 9 bis 18 Uhr.

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