VW-Abgasskandal: Geschädigte haben Aussicht auf volle Rückerstattung des Kaufpreises - Weitere Informationen unter "Aktuelles".

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Falschangaben von Herstellern bei CO2- Ausstoß und Verbrauch von Benzin-Fahrzeugen

Nicht nur bei Diesel-Fahrzeugen betrügen Autohersteller mithilfe von Manipulationssoftware und falscher  Angaben von Stickoxid(NOX)-Emissionen, auch Benzin-Fahrzeuge sind betroffen. Durch Falschangaben zu Kohlendioxid(CO2)-Ausstoß und Sprit-Verbrauch werden die von der EU festgelegten Normen gezielt hintergangen und die Verbraucher getäuscht.

Wie kommen Falschangaben zustande?

Der reale Spritverbrauch von neuen Pkw-Fahrzeugen weicht immer stärker von den offiziellen Angaben der Autobauer ab. Aktuelle Untersuchungen der unabhängigen Forschungsorganisation International Council on Clean Transportation (ICCT) ergaben, dass der tatsächliche Spritverbrauch aller Neufahrzeuge in der EU im Durchschnitt 42% über den offiziellen Angaben liegt; im Jahr 2001 lag die Abweichung der Normverbräuche noch bei durchschnittlich ca. 9%. Während die realen CO2-Werte stetig steigen, sinken sie auf dem Papier.

Durch gezielten Betrug gelingt es den Autobauern, die CO2-Werte zu schönen und Kunden und Öffentlichkeit zu täuschen. Wie beim Diesel-Betrug machen sich die Hersteller die unterschiedlichen Bedingungen von Prüfstand und Straße zunutze. Das Fahrzeug wird auf eine Art und Weise präpariert, die nicht der realen Situation auf der Straße entspricht. Türen werden abgenommen, Reifen extrem aufgepumpt, die Batterieaufladung über die Lichtmaschine unterbrochen und Aggregate wie die Klimaanlage ausgeschaltet. 

Einsatz von Manipulationssoftware

Auch hier verwenden die Hersteller illegale Software, die die Prüfsituation als solche erkennt und zu scheinbar optimalen Verbrauchsergebnissen führt. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) wies erstmals im Herbst 2007 auf falsche Emissionsangaben hin, führt seitdem gezielt Messungen aus und dokumentiert die Abweichungen. VW soll im Jahr 2013 seinen Betrug mit geschönten CO2-Angaben von hunderttausenden Modellen begonnen und bis zum Frühjahr 2015 fortgeführt haben. In diesem Jahr musste der Konzern erneut fehlerhafte Angaben zu Verbrauchswerten der Tochterfirma Porsche einräumen und erstattete Selbstanzeige. Die DUH geht davon aus, dass fast alle Autohersteller durch Falschangaben zum Spritverbrauch betrügen.

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Mangelnde staatliche Kontrolle

Deutschland ist weit davon entfernt seine Klimaschutzziele einzuhalten. Seit 1990 steigt der CO2-Ausstoß deutlich an, während die vereinbarten Ziele eine Senkung um 40% vorsehen. Die DUH macht die mangelnde behördliche Kontrolle in Deutschland mitverantwortlich. Sie führe dazu, dass „die Automobilhersteller ihre Innovationskraft auf Softwaremanipulationen und immer dreistere Falschangaben bei den Emissionen verlegen und darauf verzichten, wirklich wirksame Spritspartechnik zu verbauen.“ Das Volksgericht Berlin ordnete beispielsweise im Dezember 2017 in einer Klage der DUH gegen das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) an, den Behörden vorliegende VW-Dokumente zu veröffentlichen, um die knapp eine Million geschädigten Autohalter aufzuklären, das Ministerium ging jedoch in Berufung. 

Laut EU-Recht ist die Bundesregierung dazu verpflichtet, die CO2-Emissionsangaben der Hersteller zu prüfen, Betrug öffentlich zu machen und mit den von der EU festgelegten Geldstrafen zu sanktionieren. Die DUH fordert den aktuellen Verkehrsminister Andreas Franz Scheuer auf, dem Betrug der Autohersteller durch einen strikteren Kurs ein Ende zu setzen. Seit 2015 gilt für Pkw ein von der EU festgelegter Grenzwert für Schadstoffemissionen von 120 g/km, ab 2020 soll er sogar bei 95 g/km liegen. Durch die Falschangaben verschaffen sich die Autobauern den Eindruck, den CO2-Flottengrenwert einzuhalten und umgehen damit die festgesetzten Sanktionen.

Zwangsrückruf für 210.000 Opel-Benziner

Nachdem das KBA bereits im vergangenen Jahr Razzien in Opel-Geschäftsräumen durchgeführt hat, die im Zusammenhang mit dem Dieselabgasskandal standen, verpflichtet das Kraftfahrt-Bundesamt Opel jetzt zu einem Rückruf von 210.000 Benzinfahrzeugen aufgrund von überschrittenen Abgas-Grenzwerten. - Spiegel online vom 16.06.2019

Anders als zu Beginn der Abgasaffäre, die vor allem durch Manipulationen des Volkswagen-Konzerns im September 2015 entstanden war, waren zuletzt nicht nur Diesel-, sondern auch Benziner-Modelle ins Visier von Behörden und Prüfern geraten.

  • Spiegel Online

Folgen für Verbraucher und Umwelt

Verbraucher und Öffentlichkeit werden durch den Betrug der Autobauer mittels Falschangaben zum CO2-Ausstoß und Benzin-Verbrauch gezielt getäuscht. Die Hersteller verschaffen sich dadurch einen klaren Wettbewerbsvorteil: Scheinbar niedrige Verbrauchswerte machen das Fahrzeug attraktiver, nicht nur hinsichtlich der Umweltfreundlichkeit, sondern auch finanzieller Aspekte wie der Tankkosten und der Kfz-Steuer. Der Verbraucher bekommt jedoch nur auf dem Papier, was der Hersteller verspricht; die realen Verbrauchswerte entsprechen bei Weitem nicht den offiziellen Angaben. Der Verbraucher hat  mit höheren finanzielle Ausgaben zu rechnen und das Auto selbst verliert an Wert. 

Auch die Folgen für die Umwelt sind fatal. CO2 ist zwar im Gegensatz zu NOX ein natürlicher Bestandteil der Luft, seine natürliche Konzentration wird aber unter anderem durch den Ausstoß von Verbrennungsmotoren enorm in die Höhe getrieben. An und für sich für den Menschen ungefährlich, behindert er in zu hoher Konzentration die Sauerstoffaufnahme. Als gesundheitliche Folgen können Schwindel und Kopfschmerzen auftreten. Noch fataler sind die Folgen für die Umwelt. CO2 führt als Treibhausgas zur Erderwärmung und schädigt das Klima in hohem Maße.

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